Made in Germany: Iconoclash Photography


I met Teresa Marenzi at the very first Hive conference in Berlin. We got to chatting about working in the wedding industry after a presentation. It was immediately clear that I had met a kindred spirit, and we continued our conversation the next day over coffee. The same thing happened at the following Hive!

Teresa is one half of the talented, Berlin-based photography (soon to be marrried) duo, Iconoclash Photography. In this very thoughtful interview Teresa shares how they got their start, the challenges of creating work life balance when you're self-employed and exciting non-wedding related projects happening this year and in the future. Thanks so much Teresa!

Erzähl uns etwas über Iconoclash Photography:
Iconoclash Photography ist der Name für das kleine Photographie-Label, das mein Mann Daniel Bachler und ich gemeinsam betreiben, und unter dem wir vor allem Hochzeiten, Portraits und bisweilen auch Mode photographieren. Inzwischen arbeiten auch zwei Assistenten mit uns, wir sind also eine richtige kleine Iconoclash-Familie geworden.

 Warum hast Du mit Iconoclash Photography angefangen?

Dazu muss ich jetzt ein bisschen ausholen, denn tatsächlich ist Fotografie überhaupt nicht das, was ich für mein Leben geplant hatte!

Erstmal habe ich nämlich in meiner Heimatstadt Wien und in Bologna Germanistik und Theaterwissenschaft studiert, mit dem Wunsch, später im Theater zu arbeiten. Während meiner Zeit in Bologna habe ich dann eine kleine Assistenz bei einem Fotografen gemacht, aber das war eher aus Interesse, und nicht weil ich damit je beruflich etwas geplant hätte.

2004, da waren Daniel und ich gerade recht frisch zusammen, haben wir gemeinsam beschlossen, eine große Reise zu machen: Indien, Japan, und die USA. Wir waren drei Monate unterwegs, und nachdem wir beide seit wir denken können fotografiert hatten, haben wir natürlich viele Fotos gemacht, und dann auch ein bisschen im Freundeskreis herumgezeigt.

Kurz danach hat eine meiner besten Freundinnen geheiratet. Die rief mich etwa zehn Tage vor der Hochzeit leich gestresst an und meinte Teresa, stell Dir vor, ich hab vergessen einen Fotografen zu buchen! Ihr fotografiert doch so toll... könnt Ihr das denn nicht machen?Der Klassiker also!

Wir haben natürlich gezögert, aber irgendwann trotzdem ja gesagt. Ich hab mir eine Kamera ausgeliehen, denn meine geerbte analoge Spiegelreflexkamera, mit der ich bis dahin fotografiert hatte, hatte nach langen Jahren auf unserer Reise den Geist aufgegeben. Und dann haben wir, als ersten fotografischen Auftrag überhaupt, unsere erste Hochzeit fotografiert. Es hat uns unglaublich viel Spaßgemacht, das Paar war begeistert von den Fotos, und eine Woche später hatten wir die nächste Anfrage von Freunden der beiden in Transylvanien.

So ging das dann einige Jahre, während wir beide noch studiert haben es war einfach ein schöner Nebenjob, der uns in der Welt herumgebracht hat. Denn dadurch, dass die ersten paar Hochzeiten gleich recht international gemischt waren, ging es dann auch sehr bald in die Schweiz, nach Frankreich, nach Italien.

Irgendwann hatte ich dann mein Studium erfolgreich abgeschlossen und war Magister der Philosophie... und damit in Sachen praktischer Berufsausbildung immer noch nicht sehr weit! Danach habe ich noch ein unglaublich tolles und inspirierendes Jahr an der Angewandten Theaterwissensschaft in Gießen verbracht, und Kunst und Performance gemacht. Und dann kam die Krise.

Denn so sehr Theater und Performance mein Kindheitstraum war, so sehr habe ich gemerkt dass ich in der Praxis gar nicht in diese Arbeit passe. In den klassischen Stadttheatern gibt es eine riesige Maschinerie in der man sich oft über Jahre und oft unbezahlte Jahre hocharbeiten muss. In der freien Szene, die mich mehr interessiert hätte, steht neben der tatsächlichen Arbeit sehr oft der Kampf ums Geld im Vordergrund. Um Förderungen ansuchen, nach Sponsoren suchen... um Geld bitten, das fand ich so deprimierend und zermürbend, dass ich festgestellt habe, das kann ich nicht machen.

Also die große Krise! In der mir plötzlich eingefallen ist: richtig, ich habe ja schon einen Job! Und zwar einen, der mir wirklich Spaßmacht, in dem ich mit meinem Liebsten zusammenarbeiten kann, und bei dem ich Menschen etwas geben kann, was sie (meistens) sehr sehr zu schätzen wissen.

Zu diesem Zeitpunkt, 2008, haben wir offiziell Iconoclash Photography gegründet, die Website designed und begonnen hauptberuflich als Fotografen zu arbeiten. Und es seitdem nie eine Sekunde bereut!

 

Was schätzt Du am meisten daran, Iconoclash Photography zu betreiben?

Erst einmal: selbständig zu sein, in jedem Sinn des Wortes. Alle Entscheidungen selbst zu treffen, vom Schrifttyp auf der Website, darüber welche Aufträge wir annehmen, bis zu meinem Tagesablauf.

Wirklich wichtig ist mir auch die Arbeit mit unseren Kunden. Ich weißso gut wie immer, für wen ich das, was ich tue, gerade tue, und ich merke, dass das, was ich tue, für jemanden wichtig ist - Menschen glücklich macht. Das klingt vielleicht für einen Fotografen etwas hoch gegriffen... Aber ich bin der festen Meinung, dass Bilder, die Erinnerungen dokumentieren, und Bilder von sich selbst, eine sehr wichtige Aufgabe erfüllen.  

Und dann schätze ich auch noch unendlich die Möglichkeit, so eng mit Daniel zusammenzuarbeiten. Für viele Leute ist es ja ein absoluter Alptraum, mit ihrem Partner auch noch den Beruf zu teilen... aber ich kann mir nichts Besseres vorstellen!  

 Was war deine bisher größte Herausforderung

In den ersten Jahren war die größte Herausforderung, sich daran zu erinnern dass es außerhalb von Iconoclash Photography auch noch ein Leben gibt!

Das geht bestimmt vielen Selbständigen so, und ehrlich gesagt war es am Anfang auch nötig. Sobald diese Phase vorbei ist muss man aber auch darauf schauen, dass man die Arbeit nachhaltig gestaltet und sich nicht ausbrennt.

In dieser Hinsicht also der Life-Work-Balance - habe ich in den letzten zwei Jahren viel dazugelernt, obwohl das als Selbständige sicher immer ein Thema bleibt.

Dieses Jahr gibt es dann auch noch eine persönliche Herausforderung: Daniel und ich planen für Ende September diesen Jahres unsere eigene Hochzeit in Sizilien ... und davor haben wir eine rappelvolle Hochzeitssaison, verteilt auf halb Europa. Da bin ich gespannt, wie gut es mir gelingt, zu meiner eigenen Hochzeit so Zen zu sein wie ich es inzwischen auf anderen Hochzeiten bin!

 Was war Dein bisher größter Erfolg mit Iconoclash Photography?

Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber: dass ich immer noch weiß, wieso wir diesen Job machen. Als wir anfingen, waren wir mit unserem Stil und unserer Herangehensweise wenn nicht gerade allein, dann doch zumindest recht exotisch im deutschsprachigen Raum.

Dokumentarische und gleichzeitig glamouröse Hochzeitsfotografie, und gleich zwei Fotografen, noch dazu ein Paar, die zusammenarbeiten... das fanden die meisten Leute merkwürdig und interessant.

Seitdem ist dieser Ansatz, und auch die Arbeit zu zweit, so normal geworden, und es gibt so viele Fotografen die vergleichbar arbeiten, und tolle Arbeit machen, dass ich mich schon manchmal gefragt habe: müssen wir das jetzt eigentlich noch machen? Machen wir inzwischen nicht genau dasselbe wie alle anderen?

Inzwischen kenne ich viele Fotografen, habe ganze Shoots oder Reportagen gesehen statt der üblichen 30 auf dem Blog, und bin selbst vor der Kamera gestanden und „posiert“ worden... Da fällt einem dann schon recht schnell auf, was man selbst anders macht. Und das ist auch gut so! Denn es gibt ja auch völlig verschiedene Kunden, und es passt eben nicht jeder zu jedem. Das ist gerade bei der Hochzeitsfotografie schon eine ziemlich persönliche Sache.

Und ganz abgesehen davon: Das zu tun, was man liebt, und davon leben zu können, ist ein Erfolg, für den man jeden Tag dankbar sein sollte!

 Welche zukünftigen Ziele verbindest Du mit Iconoclash Photography?

2014 ist wirklich ein tolles Jahr für uns, denn einige der Ziele, die wir uns in den letzten Jahren gesetzt haben, werden wir dieses Jahr verwirklichen können! Im Juni ist ein persönliches Projekt von uns - ein Portrait-Projekt, das wir in Moskau fotografiert haben - Teil einer Ausstellung in Moskau, die von Simon Mraz vom österreichischen Kulturforum kuratiert wird. Das freut mich sehr, denn vor allem im letzten Jahr habe ich gemerkt, dass ich zusätzlich zu den Hochzeiten und Auftrags-Portraits auch gerne wieder mehr künstlerisch arbeiten möchte. Das wird also bestimmt auch ein Fokus in den nächsten Jahren.

Insgesamt läuft „der Laden“ inzwischen so gut, dass ich Lust habe den Horizont ein bisschen zu erweitern und mich herauszufordern – Modephotographie ist auch so etwas, das mir zwar immer Spaß macht, wenn es sich zufällig ergibt, das ich aber nie aktiv gesucht habe... In diese Richtung möchte ich auch in Zukunft mehr arbeiten, gerade in einer Stadt wie Berlin wo es so viele spannende kleine Labels gibt.

Und last but not least peilen wir für nächstes Jahr an, endlich selbst Workshops zu geben. Wenn man etwas mit Freude und Begeisterung tut, und auch schon eine ganze Weile, dann finde ich es ziemlich naheliegend, dass man das auch weitergeben will! Daniel hat viel Erfahrung im Unterrichten - er hat an der Filmschule in Kreuzberg jahrelang Workshops zu Nachbearbeitung und Farbgebung im Film gehalten. Und ich habe zwar weniger Erfahrung, dafür aber umso mehr Lust es zu probieren. Stay tuned, 2015 wird es also hoffentlich einen Iconoclash Workshop geben!

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